Sitemap  |  InfoService  |  Glossar  |  Downloads  |  Impressum  |  Kontakt
Benutzer   Passwort 
  • Home
  • CAD-UL
    • ... im Profil
    • Stellenangebote
  • Elektronik-Entwicklung
    • ... vom Konzept zur Serienreife
    • Hard- u. Softwaretechnologie
    • Test- und Prüfkonzepte
    • Referenzprojekte
  • Leiterplatten-Layout
    • ... und vieles mehr
    • Expertenwissen
    • Stand der Technik
    • Entwurfswerkzeuge
  • Elektronik-Fertigung
    • ... vom Prototyp zur Serie
    • Prozesse und Anlagen
    • Prüfverfahren
    • Prototypen Bestückung
  • Ariadne EDA
    • ... das System
    • Schaltplan-Eingabe
    • Layout-Editor
    • Programmfunktionen
    • Layoutfunktionen
    • Downloads
  • InfoService
    • ... bestellen/abbestellen
    • Themenübersicht
> Infoservice > September 2010 > Design von Dickkupferleiterplatten

 

Design von Dickkupferleiterplatten

Die Anforderungen an Leiterplatten haben sich im Verlauf der letzten Jahre deutlich verändert. So werden einerseits Anwendungen benötigt, die zur Miniaturisierung der Leiterbildstrukturen führen, andererseits sollen aber auch in komplexeren Baugruppen höhere Stromstärken realisiert und erhöhte Wärmeeintragungen in die Leiterplatte kostengünstig abgeführt werden können. Als Lösung dafür bietet sich z.B. der Einsatz von Dickkupferleiterplatten an. Unser Kooperationspartner G&W Leiterplatten Dresden, stellt wesentliche Randbedingungen für das Layout Design vor.

Dickkupferboard

Ab einer Basiskupferstärke von 70µm kann man von Dickkupferleiterplatten sprechen, und in Abhängigkeit von Kupferdicke und Lagenaufbau müssen spezielle Entwurfsregeln beachtet werden. Leiterplatten mit bis zu 400µm Kupferstärke sind noch in Serie mit einem vertretbaren Aufwand herstellbar.

Layoutrichtlinien
Entscheidend für die Serienreife derartiger Leiterplatten ist die Einhaltung von Layoutrichtlinien, die sich aufgrund der Technologie bei der Fertigung der Leiterplatten ergeben. Dies betrifft eine Vielzahl von Kriterien, von den Leiterbahnbreiten und -abständen bis zum Lagenaufbau bei Multilayer Leiterplatten.

Hierzu – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – einige Layoutrichtlinien für ausgewählte Basiskupferstärken und für einen Standardprozess:

Basiskupferdicke 70µm 105µm 175µm 210µm 400µm
kleinste Leiterbahnbreite am Fuß 200µm 250µm 350µm 400µm 700µm
kleinster Leiterbahnabstand 200µm 250µm 300µm 350µm 500µm
Lötstopplack-Freistellung, umlaufend 75µm 75µm 100µm 150µm 200µm
kleinster Bohrungsdurchmesser
(bezogen auf LP-Dicke von 1,6 mm )
0,2mm 0,2mm 0,25mm 0,3mm 0,35mm
Durchmesser Lötaugen
(Restring Forderung ≥50µm)
Bohrdurch-
messer
+400µm
Bohrdurch-
messer
+500µm
Bohrdurch-
messer
+600µm
Bohrdurch-
messer
+700µm
Bohrdurch-
messer
+1100µm
Abstand Layout zu Fräskontur 250µm 300µm 375µm 400µm 600µm


Auf den Dickkupferlagen sollte das Kupfer möglichst homogen verteilt, ein maximaler Flächenanteil mit Kupfer geflutet sein. Außerdem sind einzeln stehende Leiterbahnen zu vermeiden.

Besonderheiten bei Multilayer Leiterplatten
Bei der Definition der Kupferdicken im Lagenaufbau ergeben sich Gestaltungsspielräume für den Leiterplatten-Designer; dabei müssen jedoch Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Optionen bekannt sein.


  Innenliegendes Dickkupfer Dickkupfer auf Außenlagen
  Innenliegendes Dickkupfer Dickkupfer auf Außenlagen
Abschirmung der Signallagen   sehr gut
begrenzte Layoutmöglichkeiten auf den Innenlagen auf den Außenlagen
Stopplackprozess Standard erhöhter Aufwand bei der Leiterplattenherstellung
Wärmeleiteigenschaften hohe Wärmespeicherung innerhalb der Leiterplatte sehr gut
Bauteil Padgeometrien   Die Kupferschichtdicke begrenzt den minimal möglichen Padabstand und damit den Einsatz von Bauformen
Dicken der Prepreg Isolatorlagen Größere Kupferdicken erfordern im allgemeinen dickere Prepreg Isolatorlagen, um einen ausreichenden Verfüllungsgrad der Kupferzwischenräume mit Harz zu gewährleisten  


Um die optimale Ausführung für die jeweilige Anwendung zu ermitteln, müssen die Auswirkungen des Einsatzes von dickem Basiskupfer auf die Herstellkosten der Leiterplatte berücksichtigt werden.
Wirtschaftliche Aspekte sind:

  • Reduzierung der Bohrpaketierung in Relation zur Kupferstärke
  • Geringere Ätzgeschwindigkeit bei höheren Kupferdicken – längerer Fertigungsprozess
  • Eine mehrfache Stopplackbeschichtung ist notwendig, um die abzudeckenden Kupferflanken sicher zu schließen
  • Reduzierte Paketierung beim Pressen
  • Erhöhter Handlingsaufwand, da automatisierte Transporttechnik aufgrund des Plattengewichtes oft nicht mehr nutzbar ist

Zur effektiven Optimierung der technischen und kaufmännischen Anforderungen empfiehlt sich schon im Entwurfsstadium eine enge Zusammenarbeit zwischen Layout-Designer und Leiterplattenhersteller.

Wenn Sie Fragen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.

Roland Kuntzsch
G&W Leiterplatten Dresden
Tel. +49 (0)351 40023-22
r.kuntzsch@lp-dd.de
www.cad-ul.de